Boxer, wo sie nicht hingehören
Boxen und Höhlen passen normalerweise nicht zusammen, und genau darum ging es. Ich wollte mit Boxern etwas anderes machen und habe deshalb einen Plan geschmiedet, eine Boxgeschichte tief unter der Erde zu fotografieren.
Der erste Schritt war, die Kämpfer zu finden. Ich habe meine Freunde vom Boxwerk in München angefragt und hatte grosses Glück, mit Profiboxer Kakende Muzamiru und Boxer Parzival Rau von Nagell arbeiten zu dürfen. Für den Look der Epoche hat Stylistin Sarah Kaldewey sehr coole, von Peaky Blinders inspirierte Outfits zusammengestellt, und das ganz kurzfristig.
Mit dem Team an Bord fehlte mir noch eine Höhle. Die Suche hat etwas gedauert, aber schliesslich fanden wir die Charlottenhöhle, eine fantastische Höhle auf der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg. Mit über 500 Metern Länge ist sie ein Labyrinth voller Motive, mit einer besonders brauchbaren grösseren Halle, die unser Hauptset wurde.

Alles kam an einem kalten, nebligen Tag Ende Oktober zusammen. Als es auf die Nacht zuging, schleppten meine Crew und ich die ganze Ausrüstung den Hügel hinauf zum Höhleneingang, was für sich genommen schon eine Aufgabe war. Dann kamen die Stirnlampen heraus und wir gingen hinein ins Dunkel, während von den Stalaktiten über uns Wasser tropfte.

Hinter den Kulissen: das Licht
Drinnen war die erste Herausforderung der Strom. Die Höhle hatte Netzstrom, aber nur an einer oder zwei Stellen. Während wir uns durch die Höhle bewegten, wechselte ich den broncolor Satos 3200 deshalb zwischen Netzbetrieb und Akku. So oder so lieferte der Satos dieselbe blitzschnelle Leistung, ich musste also nie zweimal überlegen, wo wir aufbauen.

Für die Eröffnungsaufnahme wollte ich die Höhle in einem weiten Bild richtig zeigen. Ich setzte einen Pulso L vom Satos in die broncolor Octabox 150 mit Lichtwabe als Hauptlicht und einen zweiten Pulso L mit Standardreflektor als Kicker, um die Boxer vom dunklen Hintergrund zu lösen.

Dann war Action angesagt. Für einen dynamischen Auftakt liess ich Kakende einen Sprungschlag in Richtung Parzival setzen. Dank der kurzen Blitzfolgezeit des Satos konnte ich durchfotografieren, während er durch die Luft flog, und genau den Moment festhalten, in dem die Bewegung ihren Höhepunkt erreichte. Das ist genau die Art von Moment, bei der man nur eine begrenzte Zahl von Versuchen hat, bevor die Energie nachlässt; dieses Tempo hat den Unterschied gemacht.

Porträts im Dunkeln
Danach haben wir das Tempo herausgenommen und eine Reihe von Porträts und gestellten Aufnahmen gemacht. Hier war die Octabox 150 das perfekte Werkzeug: Die Lichtwabe holte alle Details aus den Boxern und ihrem Styling heraus und hielt zugleich das Licht von den Höhlenwänden fern. Das Ergebnis war ein dunkler, stimmungsvoller Hintergrund, vor dem die Personen klar hervortreten. Gerade in diesen ruhigen Bildern kam Sarahs Styling richtig zur Geltung.



Als wir zusammenpackten und uns in den späten Nachtnebel hinaus aufmachten, hatten wir genau die Geschichte, die ich mir vorgestellt hatte. Ein riesiges Dankeschön an mein grossartiges Team, das diese Bilder möglich gemacht hat!

Das Team hinter Cave Boxing
- Fotograf: Ray Demski
- Boxer: Kakende Muzamiru, Parzival Rau von Nagell
- Styling: Sarah Kaldewey
- Fotoassistenz: Noah Broger
- Behind the scenes: Jan Eric Euler
- Produktion: Selina Lettenbichler, Jasmine Ellis
- Requisite: Nick Trachte, Boxwerk Munich