• Schwebend im Nebel

Schwebend im Nebel

Dies war eines dieser Projekte, bei denen alles zusammenkommt – die Idee, die Person und der Moment. Ich arbeitete mit Rokas Magic (Rokas Bernatonis), einem litauischen Magier, der sowohl lokal als auch international bekannt ist und mehrere Guinness-Weltrekorde hält. Er erschafft Magie durch seine Auftritte, und mein Ziel war es, diese in ein visuelles Bild zu übersetzen. 

Die Idee entstand ganz natürlich – ich wollte das Gefühl erzeugen, dass er in einer Rauchwolke schwebt. Etwas Einfaches, leicht Surreales, aber dennoch genug geerdet, um real zu wirken. Das Licht spielte eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung dieses Bildes. Ich verwendete Siros 800 L und 800 S.

Insgesamt kamen drei Lichtquellen zum Einsatz. Eine davon war eine Stripbox (180×30 cm) von hinten mit einem Grid, das half, den Rauch zu definieren. Ich drehte sie horizontal, um das Licht breiter über die Szene zu verteilen und dennoch kontrolliert zu halten. Um die Atmosphäre zu formen, fügte ich einen P70-Reflektor mit einem blauen Gel hinzu und ließ das Licht an die Decke reflektieren. Dadurch entstand ein weicher blauer Ton in den Schatten, der ein subtiles Mondlichtgefühl erzeugte – wie dieser frühe Moment nach Sonnenuntergang, wenn alles leicht bläulich und still wird.

Das Hauptlicht war ein 50 cm Beauty Dish mit Grid. Anfangs war es zu frontal und das Bild wirkte flach, daher positionierte ich es weiter in die Szene hinein, um Schatten auf Rokas’ Gesicht zu behalten und mehr Tiefe zurückzubringen. Die größte Herausforderung war der Rauch. Wir verwendeten eine Nebelmaschine mit Trockeneis, und es war unser erstes Mal damit. Wir hatten nur genug Trockeneis für zwei Versuche, daher musste alles im Voraus vorbereitet werden – Komposition, Licht, Positionierung – alles wurde getestet, bevor der Nebel hinzugefügt wurde. 

Rokas wurde auf zwei erhöhten Plattformen platziert, etwa 40 cm hoch, so positioniert, dass sein Körper schwerelos wirkt – der Kopf leicht angehoben, Hände und Beine in einer Bewegung, die Dynamik vermittelt. Beim ersten Versuch verteilte sich der Nebel nicht wie erwartet unter ihm. Er bewegte sich zu schnell und füllte den Raum nicht richtig. Beim zweiten Versuch passten wir es an und verteilten den Nebel stärker von vorne, sodass die Plattformen bedeckt wurden und der Schwebeeffekt entstand. 

Wir hatten weniger als eine Minute zum Fotografieren – wahrscheinlich etwa 30 bis 60 Sekunden. Nur ein paar Aufnahmen, ein paar Variationen, und es war vorbei. Aber diese wenigen Momente waren ausreichend. Solche Projekte entstehen nicht von selbst. Sie basieren auf einer klaren Idee, den richtigen Menschen und Werkzeugen, die es ermöglichen, Licht präzise zu formen und Visionen zum Leben zu erwecken. Zusammen mit einem starken Team aus Kreativen und Assistenten wird daraus etwas Reales. 

Credits: 

Model: @rokas_magic 

Fotografie: @tomas_brazzi 

Make-up: @rradvilaite 

Licht: @broncolor 

Studio: @brazzistudios 

Assistenten: @donata_dr, @muse_photo, @titografija