How to: Präzision in Schwarz

von Aquilino Paparo

Präzision in Schwarz beschreibt den Prozess, ein technisches Objekt in eine skulpturale Präsenz zu verwandeln, die scheinbar im Dunkel schwebt. Schwarz wird dabei nicht als leere Fläche verstanden, sondern als aktiver Raum, in dem Licht zur strukturellen Komponente wird. Eine absolute Kontrolle der Reflexionen ist entscheidend, insbesondere bei Glas- und Metalloberflächen, bei denen jedes Highlight bewusst gesetzt sein muss. Um dieses Mass an Präzision zu erreichen, basierte das Lichtsetup auf dem Senso 2400 Generator in Kombination mit Litos Blitzköpfen, die eine konstante Leistung und feinste Steuerung der Lichtqualität ermöglichen.

Das Hauptlicht wurde mit einer Softbox an einer Litos Leuchte seitlich und leicht hinter dem Motiv positioniert, um eine klare dreidimensionale Form zu modellieren, ohne das Design zu verflachen. Für die gezielte Trennung vom schwarzen Hintergrund kam ein Picolite mit Snoot zum Einsatz, der eine schmale, kontrollierte Kontur erzeugt und die räumliche Tiefe verstärkt, ohne die minimalistische Ästhetik zu stören. Zusätzliche Akzente wurden mit einem Picolite inklusive Projektionsvorsatz gesetzt, wodurch einzelne Bereiche präzise hervorgehoben werden konnten, ohne unerwünschtes Streulicht zu erzeugen – ein entscheidender Faktor, wenn Schwarz selbst ein zentrales Gestaltungselement ist.

Aufgrund der sehr kurzen Aufnahmedistanz war die Schärfentiefe extrem gering, weshalb Focus Stacking integraler Bestandteil des Workflows war. Insgesamt wurden 70 Aufnahmen mit schrittweise verlagertem Fokus erstellt und anschliessend in Phocus zusammengeführt, um eine durchgehend präzise Schärfe über das gesamte Objekt zu gewährleisten. Wenn Licht und Reflexionen bereits während der Aufnahme konsequent kontrolliert werden, dient die Nachbearbeitung lediglich der Verfeinerung und bewahrt die skulpturale Klarheit, technische Präzision und minimalistische Bildsprache dieses Still-Life-Ansatzes.

Credits:
Photo: Aquilino Paparo
Studio: Next Studio 77