How to: Die Dunkelheit formen

von Aquilino Paparo

Wenn ich dunkle, hochdetaillierte Objekte fotografiere, füge ich kein Licht hinzu – ich forme es. Bei einer Fachkamera zählt jede Oberfläche: der Balgen, die Metallkanten, das Glas. Mein Ziel ist es, genau zu kontrollieren, was sichtbar wird und was im Schatten bleibt.

Für dieses Shooting arbeitete ich mit dem Move 1200 L und dem Senso A4. Am wichtigsten waren mir hier Präzision und Konsistenz. Ich musste die Leistung fein abstimmen können und darauf vertrauen, dass das Licht über mehrere Belichtungen hinweg stabil bleibt, besonders da ich später Bilder stacken wollte.

Ich beginne immer damit, die Form zu definieren. Ich platzierte eine große Softbox 120 × 180 cm leicht hinter der Kamera und maskierte sie sorgfältig. Dadurch entsteht ein sauberes Kantenlicht entlang der Silhouette, ohne den Hintergrund zu beleuchten. Es ist eine subtile Kontur, aber sie gibt dem Motiv seine Präsenz. Gleichzeitig stellte ich sicher, dass die Vorderseite der Kamera abgeschirmt ist, sodass kein direktes Licht auf das Objektiv trifft – das hilft mir, unerwünschte Reflexionen zu vermeiden und den Kontrast stark zu halten.

Als Nächstes widmete ich mich dem Balgen. Die Textur ist hier entscheidend, musste aber kontrolliert bleiben. Ich verwendete eine Picolite von der linken Seite und ließ das Licht sanft über die Falten streifen. Ich versuchte nicht, sie hell zu machen – ich wollte lediglich ihre Struktur sichtbar machen. Ist das Licht zu hart, verliert das Material seinen Charakter, daher hielt ich es weich und präzise.

Das Objektiv ist immer der empfindlichste Teil. Da es alles reflektiert, beleuchtete ich es nicht direkt – ich formte das, was es reflektiert. Ich positionierte ein Striplight rechts, um die Form des Objektivs zu definieren, und platzierte dann Transparentpapier vor der Lichtquelle. Dadurch wird die Reflexion weicher und es entsteht ein gleichmäßiger Verlauf im Glas. Das Ergebnis ist sauber und kontrolliert, ohne störende Hotspots.

Für die Aufnahme verwendete ich die Hasselblad H6D-100c mit einem Hasselblad 120 mm Makroobjektiv. Ich mag diese Kombination, weil sie mir eine natürliche Perspektive ohne Verzerrung gibt und gleichzeitig extrem viele Details ermöglicht. Um sicherzustellen, dass alles scharf ist – vom Balgen bis zur Frontlinse – machte ich einen Fokus-Stack. Anschließend kombinierte ich die Bilder in der Nachbearbeitung, um durchgehende Schärfe über das gesamte Motiv zu erreichen.

Am Ende geht es nicht darum, wie viel Licht ich verwende, sondern wie präzise ich kontrolliere was unsichtbar bleibt. Durch das gezielte Formen von Lichtern, das Bewahren von Schatten und das Steuern von Reflexionen kann ich Tiefe und Detailreichtum hervorheben – selbst bei den dunkelsten Motiven. 

Credits: 
Fotos: Aquilino Paparo 
Studio: Nextstudio77

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