Vor einiger Zeit wurde ich beauftragt, mehrere Kampagnenbilder zu fotografieren, die die Protagonisten der Marke Gelders zeigen. Die Agentur wünschte sich einen weniger polierten und kommerziellen Look, weshalb wir darauf geachtet haben, dass die Lichtsetzung diesen Wunsch unterstützt. Harte Schatten und dramatisches Licht sorgten für eine starke visuelle Wirkung.

Eine der Szenen spielte auf einem interessant aussehenden Werftgelände. Als wir die Locations vor den eigentlichen Drehtagen besichtigten, stellten wir fest, dass wir – abhängig von der Tageszeit, zu der wir fotografieren mussten – nur ein Zeitfenster von etwa zehn Minuten hatten, in dem die Sonne das gewünschte Set erreichen würde. Da wir innerhalb dieser Szene jedoch mehrere Setups (Weitwinkel und Close-ups) fotografieren mussten und zudem nicht riskieren wollten, dass es ein bewölkter Tag wird, entschieden wir uns dafür, das Sonnenlicht selbst nachzustellen. Durch die Platzierung von drei broncolor Scoro Packs, jeweils mit einem Pulso 4 Kopf, hoch oben auf Lampenstativen konnten wir nicht nur die natürliche Richtung der Sonne nachahmen, sondern hatten auch die volle Kontrolle darüber, wie viel Licht auf unsere Szene traf. Diese Lichter, die durch die leicht diffusen Fenster fielen, waren letztlich die einzigen Lichtquellen, mit denen wir unser Motiv ausgeleuchtet haben.

Um eine Szene natürlich wirken zu lassen, schaue ich mir immer zuerst an, was das vorhandene spannende Licht bereits macht, und ergänze, füge hinzu oder nehme Licht weg, um den gewünschten Look zu erzeugen. Das war auch bei der Szene in der Motorradwerkstatt der Fall.

Während des Location Scouts sahen wir, wie schön das Sonnenlicht in die Werkstatt fiel, und uns allen gefiel der Effekt, den es der Szene verlieh. Aufgrund unseres Drehplans und der Verfügbarkeit der Werkstatt befand sich die Sonne jedoch am Drehtag auf der gegenüberliegenden Seite des Gebäudes. Also entschieden wir uns erneut dafür, das Sonnenlicht selbst zu erzeugen, indem wir zwei broncolor Scoro Packs, jeweils mit einem Pulso 4 Kopf, außen vor den Fenstern platzierten und nach innen leuchten ließen. Innen nutzten wir das vorhandene Licht der Leuchtstoffröhren als Basislicht, unterbelichteten es um eine Blende und schraubten die Röhren über unserem Model heraus.

Anschließend hängten wir mit einem Galgenstativ einen broncolor Siros 800 mit einer Softbox 30x180 cm über dem Model auf, um das Licht der Leuchtstoffröhren zu imitieren, jedoch mit voller Kontrolle über Lichtleistung und Lichtverteilung. Um die von der Stripbox von oben geworfenen Schatten aufzuhellen, fügten wir ein zweites Licht hinzu: einen broncolor Siros 800 mit einer Softbox 30x120 cm von der rechten Kameraseite, um das Gesicht des Models sanft auszuleuchten.